Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in (MTLA / MTL)

Als MTLA analysierst du Körperflüssigkeiten und Gewebeproben und trägst zur medizinischen Diagnostik bei.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Was macht ein/e Medizinische/r Technologe/in für Laboratoriumsanalytik (MTL)?

Hinweis: Bis Ende 2022 lautete die Berufsbezeichnung MTLA (Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in). Die neue Bezeichnung lautet MTL.

Medizinische Technologen für Laboratoriumsanalytik sind die „Detektive“ der Medizin. Sie arbeiten meist im Hintergrund, doch ihre Arbeit ist unverzichtbar: Etwa 70 Prozent aller ärztlichen Diagnosen stützen sich auf Laborwerte, die von MTLs ermittelt wurden. Sie untersuchen Blut, Gewebe, Urin und andere Körperflüssigkeiten auf Krankheitserreger oder krankhafte Veränderungen und bedienen dabei hochkomplexe Analyseautomaten.

Die vier großen Fachgebiete

Die Arbeit im Labor ist weit mehr als nur das Betrachten von Proben unter dem Mikroskop. Der Beruf teilt sich in vier Hauptbereiche auf:

In der Klinischen Chemie werden Körperflüssigkeiten (vor allem Blutserum) auf chemische Bestandteile analysiert. Hier prüfen MTLs beispielsweise Blutzuckerwerte, Leberwerte oder den Cholesterinspiegel. Die Hämatologie beschäftigt sich mit den Blutzellen selbst. Hier werden Blutbilder erstellt, die Aufschluss über Anämien, Entzündungen oder Leukämien geben. Auch die Bestimmung von Blutgruppen für Transfusionen fällt in diesen hochverantwortungsvollen Bereich.

In der Mikrobiologie jagen MTLs die Übeltäter: Bakterien, Viren und Pilze. Sie legen Kulturen an, um Erreger zu züchten, zu identifizieren und zu testen, welche Antibiotika gegen sie wirksam sind. Schließlich gibt es die Histologie/Zytologie. Hier werden hauchdünne Gewebeschnitte von Organen oder Tumoren angefertigt und gefärbt, damit Pathologen diese unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen können.

Die Ausbildung: Neu geordnet und vergütet

Die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Seit der Reform durch das MT-Berufe-Gesetz (2023) ist die Ausbildung noch praxisorientierter und moderner geworden. Sie findet an medizinischen Berufsfachschulen und in den Laboren von Krankenhäusern oder Praxen statt.

Was lernen angehende MTLs?

Der theoretische Unterricht vermittelt tiefgehendes Wissen in Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre, damit die Auszubildenden verstehen, was sie da eigentlich untersuchen. Ein großer Fokus liegt auf den Naturwissenschaften Chemie, Biochemie und Physik sowie der speziellen Laboratoriumstechnik.

In der Praxis lernen die Auszubildenden den Umgang mit empfindlichen Reagenzien und teuren Hightech-Geräten. Von der manuellen Mikroskopie bis zur Steuerung vollautomatisierter Analysestraßen wird jeder Schritt trainiert. Auch die Qualitätssicherung ist ein zentrales Thema, denn jeder Messwert muss absolut verlässlich sein.

Wichtiges Update zur Finanzierung: Früher war diese schulische Ausbildung oft unvergütet. Das hat sich geändert! Auszubildende an Einrichtungen des öffentlichen Dienstes (z. B. kommunale Kliniken/Unikliniken) erhalten nun eine attraktive Ausbildungsvergütung nach TVAöD. Auch das Schulgeld wurde an fast allen Schulen abgeschafft.

Voraussetzungen und Eignung

Der ideale Einstieg ist ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder das Abitur. Da Laboranalytik viel mit chemischen Reaktionen und biologischen Prozessen zu tun hat, sind gute Noten in den Naturwissenschaften (Bio, Chemie, Physik) eine wichtige Basis.

Persönlich sollten Bewerber vor allem eines sein: gewissenhaft. Ein vertauschter Wert oder eine unsaubere Arbeit kann fatale Folgen für den Patienten haben. Technisches Verständnis ist ebenfalls notwendig, da moderne Labore hochtechnisiert sind. Zudem braucht man eine gewisse Widerstandsfähigkeit („guten Magen“), da man täglich mit Körperflüssigkeiten und Gerüchen konfrontiert wird.

Wo arbeiten MTLs?

Das klassische Einsatzgebiet ist das Krankenhauslabor, das oft rund um die Uhr besetzt ist, um Notfälle (z. B. Herzinfarkt-Marker) sofort zu bearbeiten. Daneben arbeiten viele MTLs in großen privaten Laborpraxen (Laborgemeinschaften), die Proben von niedergelassenen Ärzten analysieren. Weitere spannende Arbeitgeber sind:

  • Forschungsinstitute (Universität, Max-Planck-Institute)
  • Die Pharmaindustrie
  • Blutspendedienste
  • Gesundheitsämter und gerichtsmedizinische Institute

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Durch die Gesetzesreform und neue Tarifverträge hat sich die finanzielle Situation deutlich verbessert.

Ausbildung: An öffentlichen Kliniken verdienen Azubis nach Tarif (TVAöD Pflege/Gesundheit) aktuell etwa:

    1. Ausbildungsjahr: ca. 1.060 €
    1. Ausbildungsjahr: ca. 1.120 €
    1. Ausbildungsjahr: ca. 1.220 €

Berufseinstieg: Das Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst (TVöD, meist Entgeltgruppe 9a oder 9b) liegt derzeit bei etwa 3.000 bis 3.400 Euro brutto. Hinzu kommen oft Zulagen für Dienste zu ungünstigen Zeiten.

Entwicklung: Mit Berufserfahrung und Spezialisierung steigt das Gehalt auf 3.500 bis 4.200 Euro. In der Industrie oder in leitenden Positionen sind auch höhere Gehälter möglich.

Karrierechancen

Der Beruf ist extrem krisensicher – Labore werden immer gebraucht (Stichwort Pandemien oder alternde Gesellschaft). Nach der Ausbildung gibt es vielfältige Wege:

  • Spezialisierung: Z. B. zur Fachkraft für Molekularbiologie oder Hämatologie.
  • Weiterbildung: Zum/zur Leitenden MTL (Laborleitung) oder Techniker/in für Medizintechnik.
  • Studium: Bachelor-Studiengänge wie Biomedizinische Analytik, Molekulare Medizin oder Humanbiologie bieten sich für akademisch Interessierte an.

Besonderheiten: Schichtdienst und Technik

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: In Krankenhauslaboren ist Schichtdienst (auch nachts und am Wochenende) die Regel, da Notfalldiagnostik 24/7 verfügbar sein muss. In privaten Praxislaboren oder der Forschung hingegen hat man meist geregelte Arbeitszeiten (Tagschicht). Der Beruf wandelt sich zudem stark: Während früher viel von Hand pipettiert wurde, überwachen MTLs heute zunehmend komplexe Roboterstraßen und validieren die Ergebnisse am Computer. Das macht die Arbeit weniger „handwerklich“, aber dafür technologisch anspruchsvoller.

Ausbildung auf einen Blick

Dauer

3 Jahre

Kategorie

Labor & Diagnostik

Ausbildungsform

Schulische Ausbildung mit Praktika

Schulabschluss

Mittlerer Bildungsabschluss oder höher

Vergütung

Keine Ausbildungsvergütung (ggf. BAföG-Anspruch) oder ca. 850-1.100 € bei schulischer Ausbildung mit Ausbildungsvertrag

Prüfungen

Staatliche Abschlussprüfung

Häufig gestellte Fragen

Ist der Beruf gefährlich wegen der Arbeit mit Krankheitserregern?

Bei Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und Hygienemaßnahmen ist das Risiko minimal. MTLAs werden umfassend in Arbeitssicherheit und Hygiene ausgebildet.

Welcher Laborbereich bietet die besten Karrierechancen?

Besonders gefragt sind MTLAs mit Kenntnissen in der Molekularbiologie, Genetik und in der mikrobiologischen Diagnostik.

Arbeiten MTLAs auch am Wochenende?

Ja, in Krankenhäusern und größeren Laboren arbeiten MTLAs oft im Schichtdienst, der auch Wochenend- und Feiertagsdienste umfassen kann, da die Labordiagnostik rund um die Uhr verfügbar sein muss.

Interessiert an diesem Beruf?

Erfahre mehr über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege in diesem Bereich in unserem Blog.