Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA)

Als MTRA führst du radiologische Untersuchungen durch und bedienst hochmoderne bildgebende Geräte.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Was macht ein/e Medizinische/r Technologe/in für Radiologie (MTR)?

Hinweis: Die Berufsbezeichnung wurde gesetzlich neu geregelt. Bis Ende 2022 war der Beruf als MTRA (Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in) bekannt. Heute lautet die korrekte Bezeichnung MTR.

Medizinische Technologen für Radiologie (MTR) sind die Spezialisten für den „Blick ins Innere“. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Hochtechnologie. Ohne sie gäbe es keine präzisen Diagnosen bei Knochenbrüchen, Tumoren oder Schlaganfällen, und auch keine strahlentherapeutische Krebsbehandlung. MTR bedienen eigenverantwortlich Großgeräte wie MRTs oder Linearbeschleuniger und begleiten Patienten durch oft emotional belastende Untersuchungen.

Drei Säulen und ein Ziel: Präzision

Das Berufsbild ist vielfältiger, als viele vermuten. Es gliedert sich im Wesentlichen in drei große Fachbereiche, zwischen denen MTR oft rotieren oder sich spezialisieren:

In der Radiologischen Diagnostik erstellen MTR Bilder des menschlichen Körpers. Das reicht vom klassischen Röntgen eines gebrochenen Arms über die Computertomografie (CT) in der Notaufnahme bis hin zur Magnetresonanztomografie (MRT), die ohne Röntgenstrahlung arbeitet. Hier ist technisches Geschick gefragt, um die Geräte optimal einzustellen, und Einfühlungsvermögen, um Patienten die Angst vor der “Röhre” zu nehmen.

Die Strahlentherapie (Radioonkologie) ist ein therapeutischer Bereich. Hier arbeiten MTR eng mit Ärzten und Medizinphysikern zusammen, um Krebspatienten zu behandeln. Sie erstellen Bestrahlungspläne und führen die täglichen Bestrahlungen am Linearbeschleuniger durch. Da Patienten oft über Wochen täglich zur Behandlung kommen, bauen MTR hier eine enge Bindung zu ihnen auf.

Die Nuklearmedizin macht Stoffwechselvorgänge sichtbar. MTR verabreichen hierbei schwach radioaktive Substanzen, um beispielsweise die Funktion der Schilddrüse oder des Herzens zu überprüfen (Szintigrafie) oder in Kombination mit dem CT (PET/CT) Tumore im Frühstadium zu finden.

Die Ausbildung: Hightech trifft Medizin

Die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Seit der Reform 2023 ist der Lehrplan noch stärker auf die moderne Gerätetechnik und digitale Bildverarbeitung ausgerichtet. Die Ausbildung findet dual an spezialisierten Schulen und in radiologischen Abteilungen von Kliniken oder Praxen statt.

Ausbildungsinhalte

Angehende MTR müssen verstehen, wie Strahlung physikalisch funktioniert und wie sie auf den menschlichen Körper wirkt. Daher stehen Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz ganz oben auf dem Lehrplan. Hinzu kommen fundierte Kenntnisse in Anatomie und Physiologie – schließlich muss ein MTR auf dem Röntgenbild erkennen, ob die Aufnahme anatomisch korrekt ist.

In der Praxis lernen die Auszubildenden die Bedienung der komplexen Modalitäten (CT, MRT, Angiografie). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildverarbeitung und IT, da moderne Radiologie komplett digital funktioniert und oft KI-gestützte Software zum Einsatz kommt.

Wichtig zur Finanzierung: Die Zeiten der unbezahlten Ausbildung sind vorbei. Seit 2023 haben Auszubildende an Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Schulgeld fällt an staatlichen Schulen und den meisten privaten Schulen (durch staatliche Refinanzierung) nicht mehr an.

Voraussetzungen und Eignung

Der Beruf ist anspruchsvoll und setzt in der Regel einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder das Abitur voraus. Wer MTR werden möchte, sollte keine Scheu vor Physik und Technik haben – sie sind das tägliche Handwerkszeug.

Gleichzeitig ist eine hohe Sozialkompetenz unerlässlich. MTR arbeiten mit Menschen, die oft Schmerzen haben, klaustrophobisch sind oder eine schwere Krebsdiagnose verarbeiten müssen. Geduld, Empathie und eine klare Kommunikation sind daher genauso wichtig wie das technische Verständnis. Körperliche Grundfitness ist von Vorteil, da Patienten oft für die Aufnahmen gelagert oder umgebettet werden müssen.

Einsatzorte und Arbeitsalltag

MTR sind gefragte Fachkräfte. Die Hauptarbeitgeber sind:

  • Krankenhäuser und Universitätskliniken (oft im Schichtdienst rund um die Uhr)
  • Radiologische und nuklearmedizinische Facharztpraxen (meist geregelte Arbeitszeiten)
  • Strahlentherapiezentren
  • Forschungsinstitute und die Medizintechnik-Industrie (z. B. als Applikationsspezialist)

Gehalt: Deutliche Aufwertung

Mit der neuen Gesetzgebung und aktuellen Tarifabschlüssen ist der Beruf finanziell attraktiver geworden.

Ausbildungsvergütung (TVAöD): Auszubildende an öffentlichen Kliniken verdienen aktuell etwa:

  1. Ausbildungsjahr: ca. 1.060 €
  2. Ausbildungsjahr: ca. 1.120 €
  3. Ausbildungsjahr: ca. 1.220 €

Berufseinstieg und Entwicklung: Das Einstiegsgehalt nach Tarif (TVöD, meist Entgeltgruppe 9a oder 9b) liegt bei rund 3.000 bis 3.400 Euro brutto. Durch Schichtzulagen, Dienste an Wochenenden und Feiertagen sowie Bereitschaftsdienste erhöht sich das monatliche Nettoeinkommen oft spürbar. Mit Berufserfahrung, Spezialisierungen (z. B. als leitende MTR) sind Gehälter von 3.800 bis 4.500 Euro realistisch.

Mythos Strahlenbelastung

Ein häufiges Vorurteil ist die gesundheitliche Gefahr durch Strahlung. Fakt ist: MTR gehören zu den am besten überwachten Berufsgruppen überhaupt. Sie tragen Dosimeter, die jede noch so kleine Dosis aufzeichnen. Durch baulichen Strahlenschutz (Bleiwände), ferngesteuerte Auslösung und moderne, strahlungsarme Gerätetechnik ist die berufliche Strahlenexposition heutzutage extrem gering und liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Perspektiven und Zukunft

Der Beruf des MTR ist extrem zukunftssicher. Die moderne Medizin ist ohne Bildgebung nicht mehr denkbar (“Theragnostik”). Der technologische Wandel ist rasant: Künstliche Intelligenz hilft bei der Bildauswertung, Hybridgeräte (wie PET-MRT) liefern immer genauere Daten. Wer sich gerne fortbildet und Technik begeistert ist, findet hier ein spannendes Feld.

Nach der Ausbildung stehen Türen offen für Weiterbildungen zum Fach-MTR, zum Medizinpädagogen oder ein Studium (z. B. Medizintechnik oder Management im Gesundheitswesen). Der Fachkräftemangel in diesem Bereich ist groß, was Bewerbern eine exzellente Verhandlungsposition sichert.

Ausbildung auf einen Blick

Dauer

3 Jahre

Kategorie

Labor & Diagnostik

Ausbildungsform

Schulische Ausbildung mit Praktika

Schulabschluss

Mittlerer Bildungsabschluss oder höher

Vergütung

Keine Ausbildungsvergütung (ggf. BAföG-Anspruch) oder ca. 850-1.100 € bei schulischer Ausbildung mit Ausbildungsvertrag

Prüfungen

Staatliche Abschlussprüfung

Häufig gestellte Fragen

Ist die Arbeit als MTRA gefährlich wegen der Strahlung?

Bei korrekter Anwendung der Strahlenschutzmaßnahmen ist das Risiko minimal. MTRAs werden umfassend im Strahlenschutz ausgebildet und tragen bei Bedarf Dosimeter zur Überwachung der Strahlenbelastung.

Welcher Bereich bietet die besten Karrierechancen?

Besonders gefragt sind MTRAs mit Kenntnissen in modernen Schnittbildverfahren wie CT und MRT sowie in der Nuklearmedizin.

Arbeiten MTRAs auch am Wochenende?

Ja, in Krankenhäusern arbeiten MTRAs oft im Schichtdienst, der auch Wochenend- und Feiertagsdienste umfassen kann, da die radiologische Diagnostik rund um die Uhr verfügbar sein muss.

Interessiert an diesem Beruf?

Erfahre mehr über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege in diesem Bereich in unserem Blog.